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Kunst ist meine Ausdrucksform
„Mit dem Malen kann ich herausfinden wer ich bin, mich ausdrücken und Menschen mitteilen.“
Ihr erstes wegweisendes Bild malte sie in einer Therapieklinik während einer Kur. Dort hatte sie unter Anleitung eines Kunsttherapeuten zum ersten Mal die nun für sie bedeutsame Wachsmaltechnik erlernt.
Nach diesem Klinikaufenthalt probierte sie immer wieder neue Methoden und Techniken aus es entwickelte sich zu einem neuen aufregenden Hobby für sie. Mit Hilfe eines Bügeleisens ließ sie Wachsmalstifte auf Karton zerlaufen und stellte so ihre Bilder her.
Schon bald hatte sie genug Bilder, um eine erste eigene Ausstellung zu eröffnen. Den Mut sich zu zeigen, viel ihr nicht leicht. Sie entwickelte ihn mit Unterstützung einer Beraterin der Frauenberatungsstelle Düsseldorf e.V.
Mit organisatorischer Hilfe der Werkstatt für angepasste Arbeit eröffnete sie Anfang 2003 ihre erste Ausstellung, weitere Ausstellungen folgten.
Die Malerei hilft ihr auf einer anderen Ebene zu kommunizieren und sich mitzuteilen. Sie hatte schon lange vorher überlegt: „Wie könnten mich die Leute verstehen?“ Aufgrund der Erkrankung kann sie sich nicht gut unterhalten und schlecht sprechen.
Sie malt was sie fühlt und kann gleichzeitig die Vergangenheit auf diese Weise verarbeiten und aufarbeiten. Vor allem in der letzten Zeit hat die Kunst dazu beitragen, dass sie über sich nachdenkt, sich Gedanken über ihre Gefühle und ihr Leben macht. Früher verdrängte sie diese Dinge. Sie hofft damit Vorurteile abbauen zu können.
„Obwohl ich meine Ausstellungen immer "TRAUMwelten" nenne, da ich meine Bilder mit eben diesen assoziiere, so entstehen immer wieder aber auch von mir selbst ernannte "HORRORBILDER". Diese Bilder haben nichts von meinen sonst so bunten und fröhlichen Werken, diese Bilder sind meistens dunkel gehalten; tiefschwarz und rot. In diesen Bildern drücke ich meist meine ganze Trauer und Wut aus, meine Depressionen und "Mauern". Es ist kein leichter Prozess, aber ich fühle mich danach befreiter.“
In der Gesellschaft müssen Menschen mit Handicap sich oft mit Vorurteilen aus einander setzen, viele meinen diese Menschen bevormunden und diskriminieren zu können und müssen. Eine verbreitete Meinung ist: „Wer im Rollstuhl sitzt ist nicht ganz richtig im Kopf. Ich habe dennoch gern Kontakt zu Menschen und nehme diesen unter anderem auch über meine Bilder auf.“ Durch die Bilder erzählt sie, was sie fühlt und erlaubt einen Einblick in ihre Gefühlswelt.
Ich will mit meiner Kunst einfach auch, dass es andere Rollstuhlfahrer schaffen aus der Isolation herauszufinden.

„Ich wurde mal gefragt, was ich machen würde, wenn ich gesund wäre?“
„HA, HA, Ha, ich weiß nicht was wäre wenn ich nicht behindert wäre, vielleicht würde ich im Ausland arbeiten, ich würde sehr gerne eine soziale Arbeit machen, mich auch mit Kunst beschäftigen.“
Heute lebt sie mit ihren Eltern zusammen in einem Mietshaus, in einer
4 -Zimmerwohnung in Düsseldorf. Die Wohnung ist im 2.Stock, so dass ihr Rollstuhl im Eingangsbereich des Erdgeschosses steht.
Mit dem Fahrstuhl kommt sie in die elterliche Wohnung. Hier hat sie ein eigenes Zimmer, wo sie wohnt und schläft.
Ein eigenes Zimmer zum Malen ihrer Bilder hat sie auch, eine „Atelier“ sozusagen, hier steht auch ein Computer, mit dem sie mit einem speziellen Programm mit der Außenwelt kommunizieren kann.
Trotz Ihres Rollstuhls und ihrer Behinderung ist sie sehr mobil und immer unterwegs. Sie hat schon viel erreicht, worauf sie auch stolz sein kann.
Aber ihr Ehrgeiz ist angestachelt und sie möchte noch mehr erreichen und selbständiger werden; vielleicht werde sie bald in eine betreute WG für körperlich behinderte Menschen ziehen. Sie möchte gerne mit anderen aktiven jungen Leuten wohnen.
Sie möchte auf jeden Fall Ihren Weg weitergehen und nicht aufgeben. Dies ist ihr großes Ziel und Hoffnung!
Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung von Anette Jablonski